Freiberufler oder Gewerbe als Autor auf Amazon?

Einer der ersten Fragen, die sich Selfpublisher und Indie-Autoren auf Amazon stellen, ist, welche Form der Selbstständigkeit sie denn wählen sollen. Auch wir haben hier lange nicht wenig falsch gemacht. Auch deshalb wissen wir, wovon wir bei diesem Thema sprechen. Für uns lässt sich die Problematik aufgliedern auf die Frage: Wie entscheide ich mich zwischen Freiberuf oder Gewerbe und arbeite ich in Voll- oder Teilzeit.

Was ist ein Autor?

Grundsätzlich gibt es zu sagen, dass Autoren, Journalisten und Publizisten in der Regel dem Stand der freien Berufe angehören. Während Gewerbetreibende eigene Produkte SELBST (und das ist das Schlüsselwort) produzieren und vertreiben, nutzen freiberufliche Autoren hierfür einen Verlag (oder eben eine Plattform wie beispielsweise Amazon, die verlagsähnliche Dienste übernimmt). Insofern sind, Stand 01/2018, Autoren auf Amazon bzw. KDP (Kindle Direct Publishing) durchaus dem Stand der freien Berufe zuzurechnen (was sich natürlich jederzeit ändern kann – und wir sind natürlich auch keine Steuerberater, hier bitte immer vorher erkundigen). Das bringt zahlreiche Vorteile mit sich.

Vorteile von Freiberuflichkeit gegenüber Gewerbe?

Wie Du weißt, starteten wir unsere Reise mit der Gründung eines Verlags, dem Vordruck von 250 Taschenbuch-Exemplaren und einem eigenen Onlineshop. Alle drei Tätigkeiten implizierten bereits, dass wir ein Gewerbe gründen mussten. Es stellte sich für uns also gar nicht erst die Frage, ob dies mit Vor- oder Nachteilen verknüpft ist. Uns war damals nicht klar, dass uns dies durchaus zu großen Nachteilen hätte gereichen können. Da wir unsere Tätigkeit über einige Jahre neben dem Studium und später neben dem Beruf ausübten, entschieden wir uns damals jedoch für die Kleinunternehmerregelung und vermieden diese so – völlig unbewusst. Diese Probleme sind für Freiberufler Vorteile und lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Freiberufler müssen keine Gewerbesteuer bezahlen (Gewerbetreibende ab Einnahmen von 24.500€/Jahr).
  • Du sparst Dir also auch den Weg zum Gewerbeamt. Für Freiberufler genügt es, die Freiberuflichkeit formlos anzuzeigen (in der Regel per Brief bzw. mit Einreichen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung).
  • Du hast keine Bilanzpflicht und sparst Dir damit die sogeannnte doppelte Buchführung. Für das Finanzamt genügt als Freiberufler eine einfache Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR = Einnahmen minus Ausgaben). Diese kannst Du Dir hier kostenlos herunterladen.
  • Du sparst Dir die kostenpflichtige Zwangsmitgliedschaft in der Handelskammer (IHK).
  • Du musst Dich auch nicht in das Handelsregister eintragen.
  • Du kannst eventuell der Künstlersozialkasse (KSK) beitreten und „sparst“ Dir damit die Hälfte Deiner Sozialversicherungsbeiträge (die KSK übernimmt, ähnlich eines Arbeitgebers, die Hälfte der SV-Kosten).
  • Wenn Du für Mehrwertsteuer optierst, kannst Du Dir diese, als Vorsteuer, für an Dich gestellte Rechnungen die mit Deiner freiberuflichen Tätigkeit zusammenhängen, vom Finanzamt zurückholen. Dies gelingt über die (zu Beginn monatliche) Umsatzsteuervoranmeldung. Bitte jetzt keine Panik! Das ist halb so wild – wir haben es ja auch hinbekommen 😉 Die Umsatzsteuer kannst Du Dir aber auch als Gewerbetreibender zurückholen, wenn Du nicht die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG in Anspruch nimmst.

Hier kann es sich mal ganz schnell um Summen handeln, die über Wohl oder Übel Deiner Karriere als Indie-Autor entscheiden. Bevor Du also Deine Entscheidung womöglich zu schnell triffst und später bereust, können wir Dir nur ans Herz legen, noch vor der Gründung (oder solltest Du bereits gegründet haben und einen Wechsel ins Auge fassen), Dich mit dem Steuerberater Deines Vertrauens zu beraten oder Deinem Finanzbeamten anzurufen (das Finanzamt hat Beratungspflicht und ist in den meisten Fällen sehr hilfsbereit). Wenn Du mit dem Finanzamt sprichst und einen Antrag stellst, achte darauf, Dich als Autor und nicht als Selfpublisher zu bezeichnen. Während für die meisten von uns klar ist, was mit Selfpublishing gemeint ist, könnte es der Finanzbeamte verwechseln. Schließlich heißt Selfpublisher übersetzt Selbst-Herausgeber. Dies könnte durchaus als gewerbliche Tätigkeit interpretiert werden. Mit dem Ausdruck Autor, und das bist Du ja, sind wir immer deutlich besser gefahren.

Freiberuf + Gewerbe – geht das auch?

Zunächst ist für den Freiberuf eine fachliche Kompetenz nachzuweisen. Dies gilt es im Einzelfall zu prüfen, aber es hilft immer, sich (zunächst) auf das zu spezialisieren, wovon man auch wirklich Ahnung hat (bei uns waren dies, durch Studium und Beruf, wirtschaftliche Themen). Für viele von uns, die als Selfpublisher auf Amazon richtig erfolgreich werden wollen, sind darüber hinaus auch Werbe- und Marketingmaßnahmen erforderlich. Ohne professionelle Werbung und strategisches Marketing kann kein Unternehmen in der heutigen Zeit überleben und schon gar nicht erfolgreich werden. Werbemaßnahmen sind jedoch grundsätzlich gewerblicher Natur und durch den Bundesverband der freien Berufe e.V. für Freiberufler auch durchaus eingeschränkt (sogenannte Werbebeschränkungen). Diese werden zwar vom Gesetzgeber immer weiter reduziert, sie existieren jedoch und sollten von allen Freiberuflern, um Abmahnungen und Bußgelder zu vermeiden, eingehalten werden.

Eine Lösung könnte sein, sich neben dem Freiberuf auch gewerblich Selbstständig zu machen. Das ist grundsätzlich möglich, z. B. mit Freiberuf in Vollzeit und Gewerbe im Nebenberuf. Wie Dir dies am besten und gesetzeskonform gelingt, besprichst Du am besten mit dem Steuerberater Deines Vertrauens.

Vollzeit oder Teilzeit?

Damit schließt sich bereits die Frage an, ob Indie-Autor auf Amazon KDP nun in Vollzeit oder Teilzeit. Wir haben unsere ersten Bücher, die ersten Jahre, neben dem Studium bzw. Beruf geschrieben und waren daher nebenberuflich Gewerbetreibende. Als wir dann erfolgreicher wurden, machten wir uns als freiberufliche Autoren in Vollzeit selbstständig (zunächst mit Gründungszuschuss und natürlich Eintritt in die KSK).

Wir wissen also, wie hart es sein kann, sich mit seiner großen Leidenschaft selbstständig zu machen und davon den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Unser Weg scheint aber in der Retrospektive durchaus sinnvoll gewesen zu sein. Solange man von den Einnahmen durch die eigenen Bücher nicht leben kann, macht die Vollzeit-Selbstständigkeit nur wenig Sinn. Wovon soll man sonst leben? Auf der anderen Seite braucht man Zeit, um Bücher schreiben zu können.

Ein Dilemma!

Wir haben beobachtet, dass wir den größten Sprung (von 2,5k auf 10k innerhalb von 9 Monaten) machten, als wir das Wagnis Vollzeit-Selbstständigkeit, mit Hilfe des Gründungszuschusses, angingen. Es gibt hier also kein Richtig oder Falsch, sondern vielmehr eine Mischung aus strategischer Überlegung, Planung, finanzieller Absicherung und schließlich einer gewissen Portion Mut zum Risiko.

Wie ist Deine Situation?

Auch Autoren brauchen einen Sinn für Unternehmertum, wenn sie auch finanziell erfolgreich sein wollen. Jede Ausgangssituation ist jedoch individuell verschieden und eine Verallgemeinerung ist daher nicht wirklich möglich. Daher interessiert es uns natürlich, wie es Dir geht. Wenn Du eine Anleitung zu diesem Thema suchst, dann kannst Du Dir hier kostenlos unsere Autoren-Schnellstartanleitung organisieren.

Über Deinen Kommentar, ob Frage oder Anregung zum Thema, freuen wir uns sehr!!

Author: Chris & Jens

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